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Wirken als Pfarrer in Landenhausen
Heinz-Gert Funke prägte über viele Jahre das kirchliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben des Wartenberger Ortsteils Landenhausen. Sein Wirken beschränkte sich nicht auf den Gottesdienst oder die klassische Gemeindearbeit. Vielmehr verstand er sein Pfarramt als Auftrag, Menschen miteinander zu verbinden und Kirche als lebendigen Bestandteil des Dorfes zu gestalten. Nach öffentlich zugänglichen Quellen wirkte er über rund 23 Jahre als Gemeindepfarrer in Landenhausen. Darüber hinaus übernahm er zahlreiche Aufgaben im Dekanat und engagierte sich weit über die Ortsgrenzen hinaus.
Seelsorger mit weitem Blick
Er gehörte zu den Pfarrern, die Kirche nicht allein als Ort der Verkündigung verstanden, sondern als Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Zu seinem Selbstverständnis gehörten …
persönliche Begleitung von Menschen in allen Lebenslagen, eine offene und zugewandte Gemeindearbeit, die Förderung ehrenamtlichen Engagements, der Dialog mit Vereinen und gesellschaftlichen Gruppen, sowie eine Kirche, die mitten im Dorf präsent ist.
Viele Gemeindemitglieder erinnern sich daran, dass unter seiner Amtszeit zahlreiche Ehrenamtliche Verantwortung übernahmen und dauerhaft in das Gemeindeleben eingebunden wurden. Dass ihm dieses Miteinander wichtig war, zeigte sich auch noch nach seinem Ruhestand, als er den langjährigen Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde ausdrücklich seine Grüße übermitteln ließ.
Wegbereiter der Kulturarbeit in Landenhausen
Sein Wirken reicht weit über die Gründung eines Vereins hinaus. Er verstand Kultur nie als Selbstzweck, sondern als verbindendes Element zwischen Geschichte, Gemeinschaft und Zukunft. Als langjähriger evangelischer Pfarrer und späterer Gründungsvorsitzender des Kulturvereins gelang es ihm, Menschen zusammenzubringen und dem Dorf neue kulturelle Impulse zu geben.
Der Gedanke hinter seinem Engagement
Er vertrat stets die Überzeugung … „Der ländliche Bereich verfügt über Kulturgüter, die wir nicht hoch genug schätzen können.“ Dieser Satz entwickelte sich praktisch zum Leitmotiv des Kulturvereins. Dahinter steht die Überzeugung, dass Kultur nicht nur in großen Städten entsteht, sondern gerade kleine Orte über einen reichen Schatz an Geschichte, Brauchtum, Architektur, Landschaft und kreativen Menschen verfügen.
Die Gründung des Kulturvereins
Im Jahr 2006 war Heinz-Gert Funke maßgeblicher Initiator der Gründung des Kulturvereins Landenhausen und wurde dessen erster Vorsitzender. Bereits im Vorfeld gelang es ihm, zahlreiche Bürger für seine Idee zu begeistern. Ziel war es …
- heimischen Künstlern eine Plattform zu geben
- kulturelles Leben dauerhaft im Dorf zu etablieren
- Brauchtum und Mundart zu erhalten
- historische Gebäude kulturell zu beleben
- Menschen generationenübergreifend zusammenzuführen
Was zunächst mit wenigen engagierten Menschen begann, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer festen Größe im kulturellen Leben der Region.
Der KunstSpaziergang – seine bedeutendste Idee
Am stärksten verbunden ist der Name Heinz-Gert Funke mit dem KunstSpaziergang Landenhausen. Die Grundidee war ebenso einfach wie außergewöhnlich …
Nicht die Besucher sollten in eine Galerie gehen – sondern die Kunst sollte ins Dorf ziehen.
Scheunen, Wohnhäuser, Kirchen, Höfe, Gärten und öffentliche Plätze wurden zu Ausstellungsräumen. Dadurch entstand ein völlig neues Ausstellungskonzept, bei dem Dorf und Kunst miteinander verschmolzen. Unter seiner Leitung entwickelte sich der KunstSpaziergang Jahr für Jahr weiter.
Dabei gelang es …
- immer mehr Künstler zu gewinnen
- Besucher weit über die Region hinaus anzuziehen
- unterschiedlichste Kunstformen miteinander zu verbinden
- Begegnungen zwischen Künstlern und Besuchern entstehen zu lassen
Funke betonte immer wieder, dass Kunst nicht nur betrachtet werden solle, sondern Gespräche anregen müsse. Gerade diese persönliche Begegnung machte den besonderen Charakter der Veranstaltung aus.
Der KunstSpaziergang – seine bedeutendste Idee
Ein häufig zitierter Gedanke von Heinz-Gert Funke lautet sinngemäß …
Wissenschaft ist der Verstand der Welt – Kunst aber ihre Seele.
Damit beschrieb er seine Vorstellung von Kultur: Kunst schafft Räume zum Denken. Sie eröffnet neue Perspektiven. Sie verbindet Generationen. Sie lässt Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Diese Haltung spiegelte sich in nahezu allen Projekten des Kulturvereins bis heute wider.
Erhaltung des kulturellen Erbes
Neben zeitgenössischer Kunst setzte sich Funke besonders für die Bewahrung der regionalen Identität ein.
Dazu gehörten unter anderem …
- Mundart
- Dorfgeschichte
- historische Gebäude
- traditionelle Veranstaltungsformen
- örtliches Brauchtum
Er verstand Kultur nie als Gegensatz zwischen Alt und Neu.
Sein Ziel war vielmehr, beides miteinander zu verbinden.
Tradition sollte nicht konserviert werden, sondern weiterleben.
Öffnung des Dorfes
Ein wesentliches Verdienst Heinz-Gert Funkes war die Öffnung Landenhausens nach außen. Er wollte zeigen, dass kulturelle Qualität nicht von der Größe eines Ortes abhängt. Durch den KunstSpaziergang, Konzerte, Lesungen und weitere Veranstaltungen kamen Besucher aus ganz Hessen nach Landenhausen. Das Dorf wurde dadurch weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt.
Via Regia – Europa beginnt im Dorf
Ein weiterer Meilenstein seines Wirkens war die Aufnahme Landenhausens in das Netzwerk der europäischen Kulturstraße Via Regia. Für Heinz-Gert Funke war die Via Regia weit mehr als eine historische Handelsstraße.
Sie stand für …
- Begegnung
- kulturellen Austausch
- Offenheit
- Verständigung zwischen Menschen
Mit großem Engagement setzte sich der Kulturverein unter seiner Leitung erfolgreich für die Aufnahme Landenhausens in dieses europäische Netzwerk ein. Dadurch erhielt das Dorf internationale kulturelle Aufmerksamkeit.
Ehrenmitgliedschaft
Nach zwölf Jahren an der Spitze des Kulturvereins legte Heinz-Gert Funke 2018 den Vorsitz aus Altersgründen nieder. Für seine außergewöhnlichen Verdienste wurde er 2026 zum Ehrenmitglied des Kulturvereins Landenhausen ernannt – eine Auszeichnung, die seine prägende Rolle für die Entwicklung des Vereins würdigt. Heute sind viele Veranstaltungen, die aus dem kulturellen Kalender Landenhausens nicht mehr wegzudenken sind, eng mit seinem Namen verbunden. Dazu gehören insbesondere …
- der KunstSpaziergang
- die Förderung regionaler Künstler
- die Belebung historischer Orte
- die Verbindung von Kunst und Dorfleben
- die Öffnung Landenhausens für Gäste aus nah und fern
- die europäische Vernetzung über die Via Regia
Sein Wirken zeigt, wie nachhaltiges ehrenamtliches Engagement eine Dorfgemeinschaft prägen kann. Die von ihm angestoßenen Ideen wirken bis heute fort und bilden die Grundlage für zahlreiche kulturelle Aktivitäten des Kulturvereins.
Zusammenfassende Würdigung
Heinz-Gert Funke hat Landenhausen nicht nur kulturelle Veranstaltungen geschenkt, sondern eine Haltung vermittelt: dass Kultur Menschen verbindet, Identität stiftet und auch in einem kleinen Dorf große Wirkung entfalten kann. Sein Engagement hat gezeigt, dass ehrenamtliche Initiative, Offenheit und Beharrlichkeit aus lokalen Ideen Projekte entstehen lassen können, die weit über die Grenzen des Ortes hinaus Beachtung finden. Seine Arbeit legte das Fundament für den Kulturverein Landenhausen und für eine lebendige Kulturlandschaft, die bis heute Bestand hat.