Evangelische Kirche

Zeichnung © Jan Krieger

( Kirchweg 20 ) Landenhausen

Die evangelische Kirche (Kulturdenkmal)* erbaut 1748. Sie steht bis heute unter dem Patronat der Freiherren Riedesel. Sie waren Protestanten unter deren Herrschaft 1527 die Reformation in unserem Gebiet eingeführt wurde. Das Patronat dokumentiert auch das Riedeselsche Wappen über dem Haupteingang mit dem schönen barocken Portal. Unsere Kirche wurde 1748 auf den Fundamenten einer älteren, bereits 1648 erbauten Fachwerkkirche, durch Baumeister Schweikert aufgebaut. Die Kirche und der Kirchgarten sind weit von einer Steinmauer umringt, die mit dem Renaissance-Torbogen am Haupteingang eine malerische Baugruppe bildet.

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Die evangelische Kirche in Landenhausen ist weit mehr als ein Gotteshaus. Sie bildet seit Jahrhunderten das geistliche, architektonische und kulturelle Zentrum des Dorfes. Besonders bemerkenswert ist, dass sie heute nicht nur als Ort für Gottesdienste dient, sondern auch zu den wichtigsten Veranstaltungsorten des Kulturverein Landenhausen e.V. gehört. Dadurch ist eine außergewöhnliche Verbindung zwischen Kirche, Kunst und Dorfleben entstanden, die im Vogelsberg eher selten anzutreffen ist.


Die Geschichte der Kirche

Die heutige Kirche wurde 1748 durch den Baumeister Schweikert errichtet. Sie entstand auf den Fundamenten einer älteren Fachwerkkirche aus dem Jahr 1648, die nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges gebaut worden war. Die Baugeschichte zeigt eindrucksvoll, wie sich Landenhausen nach den schweren Kriegszeiten wieder entwickelte.

Noch älter als das Gebäude ist die christliche Tradition des Ortes. Bereits 1527 wurde unter der Herrschaft der Freiherren Riedesel die Reformation eingeführt. Seitdem ist Landenhausen evangelisch geprägt. Bis heute besteht das Patronatsrecht der Familie Riedesel, woran das Wappen über dem barocken Haupteingang erinnert.


Architektur

Die Kirche wirkt von außen schlicht und typisch oberhessisch, besitzt aber einige außergewöhnliche Merkmale. Besonders auffällig sind …

  • der vollständig von einer Bruchsteinmauer eingefasste Kirchhof
  • der Renaissance-Torbogen am Haupteingang
  • das barocke Portal mit dem Riedeselschen Wappen
  • der über dem Chor errichtete Dachreiter mit seiner geschwungenen Haube
  • die offene Laterne auf dem Turm

Der Turm beherbergt drei Stahlglocken aus dem Jahr 1920, die auf die Töne c – e – g abgestimmt sind und einen harmonischen Dreiklang bilden.


Der Innenraum

Im Inneren überrascht die Kirche durch ihre Helligkeit. Große Fenster lassen viel Tageslicht einfallen, wodurch der Raum freundlich und offen wirkt. Zu den bedeutendsten Ausstattungsstücken gehören …

  • der Sandstein-Taufstein von 1661, der bereits aus der Vorgängerkirche stammt
  • der von der Decke herabhängende Taufengel mit Taufschale
  • die prachtvolle barocke Kanzel mit den vier Evangelisten
  • die Taube unter dem Schalldeckel als Symbol des Heiligen Geistes
  • die Figur des Guten Hirten über der Kanzel
  • die historische Emporenbemalung mit biblischen Szenen
  • das große Deckengemälde des auferstandenen Christus

Diese Symbolik macht die Kirche kunsthistorisch besonders interessant. Gerade die Kombination aus barocker Ausstattung und protestantischer Schlichtheit ist typisch für viele Kirchen der Region.


Die Orgel

Die heutige Orgel wurde 1972 nahezu vollständig erneuert. Dabei blieb der kunstvolle barocke Prospekt mit seinen vergoldeten Verzierungen erhalten.

Dadurch verbindet das Instrument moderne Technik mit historischem Erscheinungsbild – ein Grund, weshalb die Kirche für Konzerte hervorragend geeignet ist.


Die Kirche als Kulturort

Hier beginnt die besondere Geschichte der Verbindung zum Kulturverein.

Als der Kulturverein Landenhausen 2006 gegründet wurde, suchte man von Anfang an Orte, die Kultur mitten ins Dorf bringen. Die evangelische Kirche entwickelte sich dabei schnell zu einem der wichtigsten Veranstaltungsorte.

Heute finden dort regelmäßig statt …

  • Konzerte
  • Kammermusik
  • Orgelkonzerte
  • Trompetenkonzerte
  • Streichquartette
  • Gitarrenkonzerte
  • Veranstaltungen des Kunstvereins

Die hervorragende Akustik und die besondere Atmosphäre machen die Kirche zu einem Konzertsaal, der weit über Landenhausen hinaus bekannt geworden ist.


Die WinterKonzerte

Ein kultureller Höhepunkt waren die WinterKonzerte, die der Kulturverein gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde organisierte.

Dabei traten in Landenhausen bereits international bekannte Künstler auf, beispielsweise …

  • Prof. Reinhold Friedrich (Trompete)
  • Eriko Takezawa (Orgel)
  • Alexandre Bytchkov (Akkordeon)
  • Christian Reichert (Gitarre)
  • Michael Hahn (Violine)
  • Ulrich Horn (Violoncello)
  • zahlreiche weitere Solisten und Ensembles

Dass Musiker dieser internationalen Klasse in einem kleinen Vogelsberger Dorf auftreten, ist außergewöhnlich und zeigt das hohe kulturelle Ansehen der Konzertreihe.


KunstSpaziergang

Auch beim KunstSpaziergang spielt die Kirche eine wichtige Rolle.

Während des Wochenendes wird sie regelmäßig zu einem Ausstellungs- oder Konzertort. Besucher erleben dort …

  • Malerei
  • Musik
  • Lesungen
  • Installationen
  • spirituelle Kunst

Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen sakralem Raum und zeitgenössischer Kultur, die den Charakter des gesamten KunstSpaziergangs prägt.


Warum die Zusammenarbeit so gut funktioniert

Zwischen Kirchengemeinde und Kulturverein besteht seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit.

Beide verfolgen ähnliche Ziele …

  • Gemeinschaft fördern
  • Begegnungen schaffen
  • Kultur für alle zugänglich machen
  • Tradition bewahren
  • neue Impulse ins Dorf bringen

Die Kirche wird dadurch nicht ausschließlich als Gotteshaus verstanden, sondern zugleich als öffentlicher Kulturraum, ohne ihren religiösen Charakter zu verlieren. Diese Balance gelingt in Landenhausen bemerkenswert gut.


Die Bedeutung für Landenhausen

Die Kirche erfüllt heute mehrere Aufgaben gleichzeitig …

  • religiöses Zentrum der evangelischen Gemeinde
  • bedeutendes Baudenkmal des Vogelsbergs
  • Konzertkirche
  • Ausstellungsort
  • Treffpunkt des kulturellen Lebens
  • Wahrzeichen des Dorfes

Gemeinsam mit der Alten Schmiede, dem DorfBräuHaus, der Alten Schule und weiteren historischen Orten bildet sie das kulturelle Herz Landenhausens und prägt wesentlich das Profil des Dorfes als Ort, an dem Geschichte, Kunst und Gemeinschaft eng miteinander verbunden sind.

Ein interessanter Gedanke dabei ist, dass der Kulturverein die Kirche nicht lediglich als Veranstaltungsraum nutzt. Vielmehr wird ihre Geschichte bewusst in die kulturelle Arbeit eingebunden. Konzerte mit barocker Musik entfalten in diesem historischen Kirchenraum eine besondere Authentizität, Ausstellungen treten in einen Dialog mit der Architektur, und Veranstaltungen wie der KunstSpaziergang machen die Kirche zu einem Ort der Begegnung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Genau diese Verbindung von Denkmalpflege, kultureller Nutzung und bürgerschaftlichem Engagement macht die evangelische Kirche in Landenhausen zu einem außergewöhnlichen Beispiel für lebendige Dorfkultur im Vogelsberg.

Bitte überzeugen sie sich selbst. Sie sind herzlich eingeladen !
Die Kirche ist tagsüber für Sie geöffnet.

Quellen © Kirchengemeinde, Wartenberg iNFO, Geoportal-Hessen, Wikipedia


*Als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen und städtebaulichen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.