Landenhausen, heute ein Dorf mit ca. 1.400 Einwohnern. Seine erste urkundlich Erwähnung stammt aus dem Jahr 812. Der Ort muß allerdings älter sein, denn Funde aus der Bronzezeit der Siedlung belegen das. Der Name bedeutet so viel wie „Häuser bzw. Siedlung des Lando“. Es war in dieser Zeit üblich, eine Siedlung nach dem Begründer zu benennen und es ist davon auszugehen, dass der Begründer der Siedlung „Lando“ geheißen haben muss.
In de Gemei gits Lannehieser unn Freeme, dees wäen wonn.
– Lannehieser Platt –
In unserer Satzung verpflichten wir uns der Pflege des Brauchtums in Landenhausen.
Foto © Dieter Jander
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Brauchtum in Landenhausen – gelebte Tradition im Herzen des Vogelsbergs
Landenhausen, ein Ortsteil der Gemeinde Wartenberg im Vogelsbergkreis, ist weit mehr als ein idyllisches Dorf mit Fachwerkhäusern und einer langen Geschichte. Das Brauchtum bildet seit Jahrhunderten einen wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Hier werden Traditionen nicht nur bewahrt, sondern von Generation zu Generation weitergegeben und mit neuem Leben gefüllt. Die Vereine, Kirchen und viele ehrenamtlich engagierte Bürger sorgen dafür, dass alte Bräuche auch heute noch fester Bestandteil des Dorflebens sind.
Historische Wurzeln
Die Geschichte Landenhausens reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Bereits im Jahr 812 wurde der Ort urkundlich erwähnt. Die bäuerliche Lebensweise bestimmte über viele Jahrhunderte den Jahresablauf. Fast alle Bräuche orientierten sich an den Jahreszeiten, der Landwirtschaft und dem Kirchenjahr. Das Leben im Dorf war geprägt von gemeinsamer Arbeit, gegenseitiger Hilfe und festen Traditionen. Viele dieser alten Gewohnheiten sind bis heute erhalten geblieben und wurden behutsam an die heutige Zeit angepasst.
Die Kirmes – das größte Dorfereignis
Die Landenhäuser Kirmes gehört zu den bedeutendsten Veranstaltungen des Jahres. Ursprünglich erinnert sie an die Einweihung der Kirche – daher stammt auch der Begriff Kirchweih. Heute verbindet die Kirmes religiöse Tradition mit geselligem Dorfleben.
Typisch sind …
- Festgottesdienst
- Musik und Tanz
- Festzug
- Kirmesbaum
- gemeinsames Feiern aller Generationen
- Treffen ehemaliger Landenhäuser, die eigens zur Kirmes in ihre Heimat zurückkehren
Die Kirmes ist weit mehr als ein Volksfest – sie stärkt den Zusammenhalt des Dorfes und gehört zur Identität Landenhausens.
Das Hutzelfeuer
Eine der ältesten Traditionen ist das Hutzelfeuer, das jeweils am Sonntag nach Aschermittwoch entzündet wird.
Der Brauch stammt vermutlich aus vorchristlicher Zeit und symbolisiert …
- das Ende des Winters
- den Beginn des Frühlings
- Reinigung
- neues Leben
Schon Tage vorher sammeln Jugendliche und Erwachsene Holz, aus dem ein großer Holzstoß errichtet wird. Nach Einbruch der Dunkelheit versammelt sich das Dorf am Feuer. Das Hutzelfeuer verbindet Natur, Geschichte und Dorfgemeinschaft auf eindrucksvolle Weise und wird seit vielen Jahren wieder regelmäßig gepflegt.
Pfingstturnier
Seit Jahrzehnten gehört das große Reit- und Fahrturnier an Pfingsten zu den bekanntesten Veranstaltungen der Region. Dabei treffen sich Reiter aus ganz Hessen und darüber hinaus.

Zum traditionellen Turnier gehören …
- Springreiten
- Dressur
- Jugendprüfungen
- Gastronomie
- Musik
- geselliges Beisammensein
Für viele Familien ist das Pfingstturnier ein fester Bestandteil des Jahreskalenders.
Musiktradition
Musik besitzt in Landenhausen einen besonders hohen Stellenwert.
Seit über hundert Jahren prägen unter anderem …
- Männergesangverein
- Musikverein
- Kirchenmusik
- Chöre
das kulturelle Leben, ob Dorffeste, Gottesdienste oder Jubiläen – Musik begleitet nahezu alle wichtigen Ereignisse des Dorfes.
Mundart
Ein wichtiger Teil des Brauchtums ist die Vogelsberger Mundart. Viele ältere Einwohner sprechen noch heute einzelne Wörter oder Redewendungen im Dialekt.
Zur Mundart gehören unter anderem …
- traditionelle Begriffe
- Bauernregeln
- Redensarten
- Dorfgeschichten
- humorvolle Erzählungen
Die Mundart erzählt viel über Herkunft und Geschichte der Region und wird durch verschiedene Initiativen lebendig gehalten.
Nachbarschaftshilfe
Ein besonderes Merkmal Landenhausens war schon immer die gegenseitige Unterstützung.
Früher half man sich selbstverständlich bei …
- Erntearbeiten
- Hausbau
- Stallarbeiten
- Holzmachen
- Familienfeiern
Diese Kultur der Nachbarschaft lebt bis heute weiter – wenn auch in moderner Form.
Kirche und Kirchenjahr
Das Kirchenjahr prägt viele Feste des Dorfes:
- Weihnachten
- Ostern
- Erntedank
- Konfirmationen
- Hochzeiten
- Taufen
Die evangelische Kirche bildet bis heute einen wichtigen Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens.
Moderne Brauchtumspflege
Brauchtum bedeutet heute nicht nur das Bewahren alter Traditionen, sondern auch deren Weiterentwicklung.
Der Kulturverein Landenhausen verfolgt genau dieses Ziel – Er möchte örtliches Brauchtum und Mundart erhalten und gleichzeitig zeitgenössischer Kunst Raum geben. Daraus sind Veranstaltungen entstanden, die inzwischen selbst Teil der örtlichen Identität geworden sind, darunter …
Diese Veranstaltungen verbinden Geschichte, Natur, Kunst und Gemeinschaft und zeigen, dass Brauchtum lebendig bleibt, wenn es sich weiterentwickeln darf.
Die Bedeutung des Brauchtums
Brauchtum bedeutet in Landenhausen weit mehr als das Feiern alter Feste. Es schafft Identität, verbindet Generationen und vermittelt ein Gefühl von Heimat. Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, Kirchen und Initiativen, um diese Traditionen lebendig zu halten.
Gerade in einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels gewinnt dieses Miteinander an Bedeutung. Alte Bräuche werden bewahrt, neue Ideen kommen hinzu – so entsteht eine lebendige Kultur, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet.
Landenhausen zeigt eindrucksvoll, dass Brauchtum kein Relikt vergangener Zeiten ist, sondern ein lebendiger Bestandteil des Dorflebens. Hier treffen Geschichte, Gemeinschaft, Musik, Natur und Kultur aufeinander und machen den Ort zu einem Beispiel dafür, wie Traditionen gepflegt und zugleich zeitgemäß weiterentwickelt werden können.
Quellen © KvL · Gemeinde · Wikipedia · Wartenberg iNFO
Fotos © Jan Krieger · Mirko Luis · Sabine Lehrich
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